Zirkuszelt und Alpakas

Eine Woche mit der Klasse 6a auf dem Rappenhof „Circartive“

Die Fahrt zum Rappenhof in der Nähe von Schwäbisch Gmünd dauert ziemlich lange…Wir fahren mit dem Zug, steigen zweimal um und die letzte halbe Stunde geht es mit dem Bus über einspurige kurvige Straßen durch den herbstlichen Wald. Wir begegnen nur dem ein oder anderen Auto. Am Wegesrand ist ab und zu ein kleines Gehöft zu sehen. Ansonsten nur ganz viel Natur.

Der Bus biegt um die Ecke. Wir, die Klasse 6a in Begleitung von Herrn Detig, Frau Werner und Schulbegleiterin Ann-Kathrin, sind angekommen!  Wir sehen als erstes ein Zirkuszelt und davor eine Weide mit Alpakas, dahinter eine Scheune, ein paar Gebäude, ein großer Spielplatz und dann: Wiesen und Wälder. Wir lernen Moni kennen und ihren Hund Faun. Sie beide leben auf dem Rappenhof, Moni organisiert alles und leitet an. Faun ist nicht angeleint, aber sehr wohlerzogen. Er folgt Moni auf Schritt und Tritt, bellt nicht und liegt beim Zirkustraining entspannt an der Seite und schaut zu.

Das Reisen hat uns hungrig gemacht. Wir dürfen im Haupthaus im Speisesaal Platz nehmen und bekommen ein Mittagessen: Salat, Nudeln und Linsenbolognese. Aus Respekt vor den Tieren wird auf dem Rappenhof nur vegetarisch gekocht. Danach geht’s zum Küchendienst in die Spülküche. Moni zeigt uns, wie alles geht. Mit der riesigen Industrie-Spülmaschine macht es sogar Spaß!

Nachmittags versammeln wir uns im Zirkuszelt. Moni und ihre Helferinnen zeigen uns fünf Zirkusdisziplinen: Jonglage mit Bällen, wie man Teller auf einem langen Holzstab oder einen Diabolo auf einer Schnur zum Tanzen bringt, auf einem Rola-Bola die Balance hält und auf einer Kugel laufen kann. Wir dürfen alles ausprobieren.

Anschließend beziehen wir in kleinen Gruppen unsere Hütten. Sie liegen verstreut auf dem Gelände. Wir richten unsere Betten und packen alle Snacks auf den Gemeinschaftstisch im Wohnzimmer. Nach dem Abendessen und einer Abendrunde wird es dunkel. Wir spielen noch draußen, bis wir in die Häuser müssen. Einige machen Quatsch und erschrecken die anderen mit Taschenlampen.

Es ist noch immer dunkel, als wir am nächsten Morgen geweckt werden: Ein paar Frühsaufsteherinnen wecken die anderen mit Ukulele und Gesang. Nach dem Frühstück gibt’s das Hausspiel: Moni und ihre Helferinnen gehen von Hütte zu Hütte und kontrollieren, ob wir Ordnung halten können. Jede Hütte kann Punkte gewinnen für Sauberkeit, Ordnung, Energie (Lichter aus? Fenster zu?) und Mülltrennung.

Anschließend geht’s zum Zirkustraining. Alle wählen eine der gestern geprobten Disziplinen aus und trainieren sie die ganze Woche. Wir üben in kleinen Gruppen kurze Geschichte ein, in die alle Kunststücke eingebettet werden. Nachmittags wandern wir, spielen gemeinsam Spiele und basteln. An einem Abend schauen wir zusammen einen Film mit ganz vielen Snacks. Wir streiten, vertragen uns wieder und lernen bei allem viel Neues. Eine (fast) normale Klassenfahrt.

Aber am Donnerstag ist ein besonderer Tag: Leyla hat Geburtstag! Wir singen und es gibt Kerzen und Kuchen zum Frühstück. Nach dem Zirkustraining bekommen wir Kostüme und nachmittags findet im großen Zirkuszelt unsere Aufführung statt. Zirkusdirektor Sven führt durch das Programm und wir werden sogar gefilmt! Es ist wirklich erstaunlich, was wir in nur einer Woche alles gelernt haben. Abends gibt’s zum Abschluss unsere Klassenparty. Wir tanzen zu unserer Klassenplaylist, die genau so bunt ist wie wir: Limbodance und Halay, Apache 207 und Rihanna.

Am Freitag geht’s wieder nach Mannheim, mit ganz viel neuen Erfahrungen im Gepäck.

Bericht von Lena Werner